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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Lucerne Festival

Lucerne Festival gehört zu den international führenden Festivals im Bereich der klassischen Musik. Gegründet wurde Lucerne Festival 1938, Intendant ist seit 2026 Sebastian Nordmann.

Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, De­buts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird Lucerne Festival Summer von Kurzfestivals im Frühling und Herbst: vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra, im Mai von Lucerne Festival Pulse mit dem isländischen Ausnahmepianisten Víkingur Ólafsson und im November von Lucerne Festival Forward, dem Herbst-Festival für Gegenwartsmusik. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

Bewertungschronik

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Festival

Lucerne Festival Summer

«American Dreams»

Do 13.8.2026 - So 13.9.2026

Das erste Sommer-Festival unter der Leitung des neuen Intendanten Sebastian Nordmann steht unter dem Motto «American Dreams» und präsentiert über 120 Veranstaltungen an insgesamt 32 Tagen, vom 13. August bis 13. September. Nordmanns Programm bewahrt den künstlerischen Kern des grössten Klassik-Festivals der Schweiz und entwickelt das Profil gleichzeitig weiter: Die renommiertesten internationalen Solist*innen und Orchester bilden den Schwerpunkt des Konzertkalenders, 20 Sinfonieorchester treten in nur einem Monat auf. Das Lucerne Festival Orchestra gestaltet sechs Abende sowie zwei «Klassik für alle: 40min», und die Lucerne Festival Academy wird erstmals von ihrem neuen künstlerischen Leiter, dem Komponisten, Klarinettisten und Dirigenten Jörg Widmann geleitet. Darüber hinaus gibt es auf allen Ebenen Neues zu entdecken: zum Beispiel innovative Konzertformate wie «Mittendrin», spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche mit «Luege Lose Erläbe», das neue «Klassik für alle: Open Air» am Tag vor der offiziellen Eröffnung. Der Geiger Augustin Hadelich tritt als diesjähriger «artiste étoile» in vier Konzerten auf, Mark Andre übernimmt die Rolle des composer-in-residence.

Mit dem Motto «American Dreams» schlägt Lucerne Festival eine Brücke zur vielfältigen amerikanischen Musikgeschichte, die reich ist an Stilrichtungen und Ausdrucksformen verschiedenster Kulturen, und Bezüge zu Musical und Filmmusik, Jazz oder Minimal Music herstellt. Im Eröffnungskonzert am 14. August stehen Werke von George Gershwin und Charles Ives auf dem Programm des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly, ausserdem spielen Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) Steve Reichs New York Counterpoint in einer Fassung für elf Klarinetten. Als Abschlusskonzert am 13. September erklingt Gershwins Porgy and Bess mit dem Chineke! Orchestra und dem Vokalensemble der Cape Town Opera unter Kwamé Ryan. Beim Festival sind Werke vieler amerikanischer Komponist*innen zu erleben. Einige davon erklingen erstmals bei Lucerne Festival wie die Erste Sinfonie von Charles Ives mit dem Lucerne Festival Orchestra oder Aaron Coplands Appalachian Spring und Samuel Barbers Klavierkonzert, mit der Pianistin Yuja Wang und dem Mahler Chamber Orchestra. Lucerne Festival begrüsst den Wahl-Amerikaner und «artiste étoile» Augustin Hadelich und viele Gäste aus der «Neuen Welt», von der jungen Lyrikerin Amanda Gorman und der Klarinettistin Doreen Ketchens bis zum Met Orchestra unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin.

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Bewertungen & Berichte Lucerne Festival Summer

© Decca Records 2024
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Jakub Hrůša | Ray Chen

Lucerne Festival Orchestra
Jakub Hrůša, Dirigent
Ray Chen, Violine


Erich Wolfgang Korngold (1897–1957): Violinkonzert D-Dur op. 35
Richard Strauss (1864–1949): Eine Alpensinfonie op. 64

In ganz grosser Besetzung tritt das Lucerne Festival Orchestra zu diesem Konzert an: Richard Strauss’ farbenprächtige Alpensinfonie sieht allein 64 Streicher vor, vierfach besetzte Holzbläser, acht Hörner auf der Bühne und zwölf dahinter, dazu je vier Trompeten und Posaunen, zwei Basstuben, zwei Harfen, Orgel, Celesta und riesiges Schlagwerk. Aber Strauss holt aus diesem gigantischen Klangkörper die feinsten Nuancen heraus und schildert eine Bergwanderung in 22 Stationen. Jagdhörner schallen, Herdenglocken läuten, der Wasserfall rauscht — und der tschechische Dirigent Jakub Hrůša versteht es wunderbar, dieses üppige Klanggemälde zum Leuchten zu bringen. Strauss war der Erfolgskomponist seiner Zeit, doch mit dem jungen Erich Wolfgang Korngold erwuchs ihm in den 1920er Jahren ein echter Rivale. Was wäre geschehen, hätte Korngold nicht ins Exil nach Amerika gehen müssen, wo er mit seinen Filmmusiken für Furore sorgte? Erst 1945 kehrte er zum klassischen Repertoire zurück und legte sein schwelgerisches Violinkonzert vor. Der taiwanesisch-australische Geiger Ray Chen wird es vortragen: «Zum Sterben schön», urteilte die Huffington Post über sein Spiel.

Pause um ca. 19.10 Uhr
Konzertende gegen 20.35 Uhr

17.30 Uhr
Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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© Danny Williams
Konzert

Amanda Gorman | Jan Vogler

«An Evening of Poetry and Bach»

Amanda Gorman, Poesie und Rezitation
Jan Vogler, Violoncello


Amanda Gorman (*1998):
An Ode We Owe
Fugue
New Day’s Lyric
What We Carry
The Hill We Climb
verschränkt mit:
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007
Suite für Violoncello solo Nr. 5 c-Moll BWV 1011
Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur BWV 1009

Die Welt hielt den Atem an, als 2021 die damals 22-jährige Lyrikerin Amanda Gorman im kanariengelben Mantel bei der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden ihr Gedicht The Hill We Climb vortrug. Wie eine Mischung aus Performance und Predigt wirkte ihr Auftritt: Gorman entwarf ihren eigenen «American Dream» und weckte den Wunsch, die verwundete in eine wunderbare Welt zu verwandeln. Damit traf sie den Nerv der Zeit, griff sie doch die aktuellen Sorgen und Ängste auf, um zugleich Hoffnung zu spenden. Zum 11. September 2026, dem 25. Jahrestag der verheerenden Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington, wird Amanda Gorman bei Lucerne Festival zu Gast sein. Gemeinsam mit dem Cellisten Jan Vogler gestaltet sie einen poetisch-musikalischen Abend. Gormans visionäre Verse treffen dabei auf Johann Sebastian Bachs unvergleichliche Suiten für Violoncello solo: ein Brückenschlag über 300 Jahre. Sie rezitiert zwischen den Sätzen, spricht manchmal aber auch direkt auf die Musik. So entsteht ein Dialog, der — wie Vogler betont — den Glauben an die Menschlichkeit stärkt und viele überraschende Einsichten bereithält.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 21.00 Uhr.

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© Marie Rolland
Konzert

Thomas Ospital

Thomas Ospital, Orgel

Dudley Buck (1839–1909): Concert Variations on «The Star-Spangled Banner» op. 23
Sergej Rachmaninow (1873–1943): Die Toteninsel op. 29, transkribiert für Orgel von Louis Robilliard
Charles Ives (1874–1954): Variations on «America»
Marcel Dupré (1886–1971): Symphonie-Passion op. 23
Iain Farrington (*1977): Live Wire

Mit der amerikanischen Nationalhymne, dem Star-Spangled Banner, eröffnet Thomas Ospital sein Orgelrezital. Aber was der Komponist Dudley Buck damit anstellt, verschlägt einem den Atem — Patriotismus oder Militärparade sind da ganz fern. Und das ist nicht die einzige ironische Brechung. Dass ausgerechnet der Franzose Ospital, der 1990 in Bayonne zur Welt kam und seit 2015 Titularorganist von Saint-Eustache in Paris ist, zur «Voice of America» wird, lässt schmunzeln. Ebenso die Beobachtung, dass America, eine frühere, inoffizielle Nationalhymne der USA, die Charles Ives variiert, ausgerechnet auf der Melodie von God Save the King gründet. Aber Ospital belässt es nicht bei witzigen Pointen. Er spielt auch eine schillernde Transkription von Sergej Rachmaninows Tondichtung Die Toteninsel . Und er bringt die Symphonie-Passion des französischen Orgelmeisters Marcel Dupré zu Gehör: Der liess sich dazu von der grössten Orgel der Welt inspirieren, der Wanamaker Grand Court Organ in Philadelphia. Fetziger «Rausschmeisser» am Ende ist das Stück Live Wire von Iain Farrington: Das klingt, als würde es von einer Jazzband musiziert.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 18.35 Uhr.

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© Steffi Retti
Konzert

MEUTE – Techno Marching Band

«Jubel — 10 Years»

Eine Techno Marching Band? Was ist denn das? Ganz einfach: Das ist spektakulär! Ausschliesslich auf akustischen Instrumenten, also rein analog, spielt MEUTE hypnotisch treibenden Techno und House — mit sattem Brass-Sound und drängenden Beats. Die elf Musiker mit den knallroten Jacken covern gefeierte Clubhits, spielen eigene Songs und sorgen mit Trommeln und Trompeten, Saxofon und Sousafon, Posaune und Marimba für eine energiegeladene Bühnenshow. Was 2015 als Experiment auf den Strassen des Hamburger Szenestadtteils St. Pauli begann, entwickelte sich schnell zu einem international gefeierten Phänomen: mit mehreren viralen Hits, weltweiten Tourneen, bislang vier Alben und Auftritten in der Serie Babylon Berlin . Kurz vor Festivalschluss kommt MEUTE erstmals nach Luzern und verwandelt das KKL in einen Dancefloor: Die Bässe wummern, die goldenen Knöpfe und Kordeln der Spielmannsuniformen glitzern im Strobolicht — und alle, wirklich alle, tanzen mit.

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© Priska Ketterer/Lucerne Festival
Konzert

Ensemble Helix/Studio für zeitgenössische Musik der Hochschule Luzern – Musik | Gregory Charette

Trance

Ensemble Helix/Studio für zeitgenössische Musik der Hochschule Luzern – Musik
Gregory Charette, Dirigent


Michael Gordon (*1956): Trance

Rausch durch Repetition: Das ist das Rezept der Minimal Music. Sie wiederholt einfache Melodiemuster wieder und wieder, variiert sie dabei nur leicht — und avancierte zu einem der wichtigsten amerikanischen Beiträge zur Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Michael Gordon, zusammen mit Julia Wolfe und David Lang einer der Mitbegründer des legendären New Yorker Kollektivs Bang on a Can, knüpft an Minimal-Pioniere wie Steve Reich oder Philip Glass an. Seine Musik ist aber auch unüberhörbar vom Rock inspiriert. So beginnt Trance mit einem markanten Riff des E-Basses. Saxofone, Synthesizer und E-Gitarre sorgen für einen rauen, überaus kraftvollen Ensemblesound. Gordon lässt in diesem 1995 entstandenen Stück kurze Motive aufeinanderprallen und entwickelt aus komplexen, sich ständig verschiebenden Rhythmen einen heftig pulsierenden 50-Minuten-Rausch: kantige, groovende Musik, die auf einen ekstatischen Höhepunkt zusteuert und durch Samples von buddhistischen und gregorianischen Gesängen erweitert wird.

Dieses Konzert hat keine Pause und endet gegen 12.00 Uhr.

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© Oscar O'Ryan
Oper

Chineke! Orchestra | Vokalensemble der Cape Town Opera | Kwamé Ryan | Solist*innen

Porgy and Bess

Chineke! Orchestra
Vokalensemble der Cape Town Opera
Kwamé Ryan, Dirigent
Nonhlanhla Yende, Bess
Conroy Scott, Crown
Lukhanyo Moyake, Sportin’ Life
Siyabulela Ntlale, Porgy
Brittany Smith, Clara
Siphamandla Moyake, Serena
Lungelwa Mdekazi, Maria
Magdalene Minnaar, Regie
Shaun Oelf, Choreographie
Grant van Ster, Choreographie
Maritha Visagie, Kostüme


George Gershwin (1898–1937): The Gershwin’s® Porgy and Bess®.
Oper in drei Akten von George Gershwin, DuBose und Dorothy Heyward und Ira Gershwin

Ob Summertime, It Ain’t Necessarily So oder I Got Plenty o’ Nuttin’ : In Porgy and Bess reiht George Gershwin Hit an Hit. Was leicht vergessen lässt, dass er keinesfalls ein glitzerndes Broadway-Musical komponierte, sondern eine wegweisende ernste Oper — die allerdings weniger nach Wagner oder Verdi klingt als vielmehr nach Spiritual und Jazz. Es geht um Arbeitslosigkeit und Armut, Drogen und Mord. Und um die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem gehbehinderten Bettler Porgy und der flattrigen Bess. Vor allem aber: Diese Oper spielt unter Afroamerikaner*innen — erstmals in der Geschichte des Musiktheaters. Das war mutig in den 1930er Jahren, zu Hochzeiten der Rassendiskriminierung. Genau wie Gershwins Vorgabe, Porgy and Bess sei ausschliesslich von schwarzen Sänger*innen aufzuführen. Bei Lucerne Festival können Sie die berühmteste und erfolgreichste Oper Amerikas mit dem Ensemble der Cape Town Opera erleben, Südafrikas einziger Musiktheatertruppe. Und auch das gefeierte Chineke! Orchestra, das nach seinen begeisternden Auftritten in den Sommern 2022 und 2024 an den Vierwaldstättersee zurückkehrt, setzt sich mehrheitlich aus People of Color zusammen.

Halbszenische Aufführung mit deutschen Übertiteln
Pause um ca. 17.25 Uhr
Konzertende gegen 19.20 Uhr

15.00 Uhr
Konzerteinführung mit Malte Lohmann (KKL Luzern, Auditorium)

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Festival

Forward-Festival 2026

Fr 20.11.2026 - So 22.11.2026

«Echoes of Schumann»: Lucerne Festival Forward schlägt die Brücke zwischen Alt und Neu und spürt der enormen Faszination nach, die der Romantiker Robert Schumann auf heutige Komponist*innen ausübt. Erstmals wird das Herbst-Festival für Gegenwartsmusik von Jörg Widmann kuratiert. Ausserdem mit dabei: Matthias Goerne, Heinz Holliger, Christian Jost, Fatma Said, Sir András Schiff, Johanna Summer, Antoine Tamestit und natürlich das Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO).

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© Nadja Sjöström
Konzert

Jörg Widmann | Antoine Tamestit | Sir András Schiff

Jörg Widmann, Klarinette
Antoine Tamestit, Viola
Sir András Schiff, Klavier


Robert Schumann (1810–1856):
Märchenerzählungen op. 132. Vier Stücke für Klarinette, Viola und Klavier
Variationen über ein eigenes Thema Es-Dur WoO 24 Geistervariationen
György Kurtág (*1926): Hommage à R. Sch. für Klarinette, Viola und Klavier op. 15d
Robert Schumann (1810–1856): Märchenbilder op. 113. Vier Stücke für Viola und Klavier
Jörg Widmann (*1973): Es war einmal … Fünf Stücke im Märchenton für Klarinette, Viola und Klavier

Es waren einmal drei grossartige Musiker, die schwärmten alle für Robert Schumann. Also beschlossen Sir András Schiff, Antoine Tamestit und Jörg Widmann, sich seiner Musik gemeinsam zu widmen. Zwei späte Kammermusikwerke zeugen von der romantischen Faszination für Märchen, doch empfindet Jörg Widmann insbesondere die Märchenerzählungen als «zerrissenes, modernes Stück». Ohnehin seien Märchen ein «Seismograf unterschwelliger menschlicher Ur-Ängste und -Wünsche». Weshalb Widmann seinen eigenen Zyklus Es war einmal ... nicht als «sentimental-nostalgische Flucht in lange zurückliegende Zeiten» versteht, sondern «als naiv-fantastischen Gegenentwurf zu unserer realen Welt mit all ihren Verwerfungen». Auch György Kurtág griff Schumanns ungewöhnliche Trio-Besetzung aus Klarinette, Viola und Klavier auf und setzte verschiedenen Alter-Ego-und Fantasie-Figuren des Komponisten ein Denkmal — vom exzentrischen Kapellmeister Kreisler bis zum weisen Meister Raro. Mit den Geistervariationen erklingt ausserdem jenes Werk, an dem Schumann unmittelbar vor seinem Selbstmordversuch und psychischen Zusammenbruch arbeitete: Engel sollen ihm das Thema vorgesungen haben.

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© Simon Fowler
Konzert

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Christian Jost | Jörg Widmann | Fatma Said | Matthias Goerne

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Christian Jost, Dirigent (Jost)
Jörg Widmann, Dirigent (Widmann)
Fatma Said, Sopran
Matthias Goerne, Bariton


Christian Jost (*1963): Dichterliebe für Sopran und Ensemble, nach Robert Schumanns Dichterliebe op. 48
Jörg Widmann (*1973): Schumannliebe für Bariton und Ensemble. Instrumentation von Robert Schumanns Dichterliebe op. 48

Robert Schumanns Dichterliebe erzählt die Geschichte einer Liebe. Sie erblüht hoffnungsvoll «im wunderschönen Monat Mai» und endet in bitterer Enttäuschung. Für Christian Jost sind diese sechzehn Heine-Vertonungen «Klang gewordene Imaginationen einer zerrissenen Seele», für Jörg Widmann «das Höchste, was an Kombination von Sprache und Musik je hervorgebracht worden ist». Beide haben sich an Neukompositionen des berühmten Liederzyklus gewagt und ihn auf ganz unterschiedliche Weise ins Heute übersetzt. Jost ergänzt Schumanns Melodien um eigene Zwischenspiele, bettet sie «wie Inseln» in einen «klanglichen Strom des Unbewussten». Widmann bleibt enger am Original, schafft motivische Verbindungen zwischen den einzelnen Liedern und entfaltet mit seiner originellen Instrumentierung, mit avancierten Spieltechniken und einem üppig besetzten Schlagwerk eine eigene, neue Klangwelt. Am späten Abend legt dann die deutsche Pianistin Johanna Summer mit einem weiteren, aus dem Moment geborenen Echo auf die Dichterliebe nach ...

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© Gregor Hohenberg
Konzert

Johanna Summer

«Echo ‹Dichterliebe›»

Johanna Summer, Klavier

«Echo Dichterliebe»
Improvisationen über Robert Schumanns Dichterliebe op. 48

Mit Robert Schumann startete sie ihre Karriere. Vor sechs Jahren veröffentlichte Johanna Summer ihr Debutalbum Schumann Kaleidoskop , auf dem sie den Romantiker improvisierend weiterdachte: Seine Stücke wurden zu «Standards» für spontane pianistische Exkursionen irgendwo zwischen Klassik und Jazz. Nun widmet sich Summer der Dichterliebe , reagiert in ihrer Late Night aber auch auf die Neukompositionen dieses Liederzyklus von Christian Jost und Jörg Widmann, die im vorangehenden Konzert erklingen. In der Dichterliebe gebe es «viele Momente, in denen man sich in einer Art Zwischenwelt zu befinden scheint, zwischen Traum und Wirklichkeit», erklärt Summer. «Wird Schumann den Absprung in eine andere Tonalität wagen, oder verharrt er noch einen Augenblick in der aktuellen Atmosphäre? Ähnliche Spannungsfelder beschäftigen mich beim Improvisieren ständig: Lässt sich eine Emotion am besten mit einem bestimmten klassischen Vokabular ausdrücken? Oder hat sich gerade ein Groove etabliert, der Schumanns musikalische Geste unterstützt, sie vielleicht sogar mit Klangfarben aus anderen Musikkulturen anreichert?»

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© Marco Borggreve
Konzert

Jörg Widmann | Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

Jörg Widmann, Vortrag am Klavier
Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)


«Ver-Rückungen»: Gedanken zur Musik Robert Schumanns mit Klangbeispielen am Klavier
Jörg Widmann (*1973): Fieberphantasie für Klavier, Streichquartett und Klarinette

Schon als junger Klarinettenschüler verfiel Jörg Widmann der Musik Robert Schumanns. Diese Liebe hält bis heute an und ist heftiger denn je — davon zeugen Werktitel wie Humoreske, Kreisleriana oder eben Schumannliebe , vor allem aber zahllose musikalische Bezugnahmen. Was fasziniert Widmann so sehr an Schumann, an der Musik und am Menschen? In einem musikalischen Vortrag spricht er über seine Verehrung des Romantikers und demonstriert sie überdies am Klavier. Im Fokus stehen Schumanns «Ver-Rückungen»: die für ihn so charakteristischen harmonischen und rhythmischen Verschiebungen, seine vielen musikalischen Neuerungen, aber auch sein tragisches Ende in der Nervenheilanstalt Bonn-Endenich. Zum Abschluss dieses Lecture-Konzerts erklingt Widmanns Fieberphantasie . Sie knüpft an Schumanns besondere Melodieführung an, die Widmann an das Ausschlagen einer Fieberkurve erinnert: «nervös, flackernd, fiebrig, unendlich viele kleinere und grössere Wellenberge und Wellentäler innerhalb des grossen Linienzugs».

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© Priska Ketterer
Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | SWR Vokalensemble | Heinz Holliger

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
SWR Vokalensemble
Heinz Holliger, Dirigent


Robert Schumann (1810–1856): Nachtlied für Chor und Orchester op. 108
Aribert Reimann (1936–2024): Sieben Fragmente für Orchester in memoriam Robert Schumann: György Kurtág (*1926) / Heinz Holliger (*1939)
Drei kleine Stücke für grosses Orchester. Orchestertranskriptionen der Stücke … für Heinz …, In memoriam Anna Holliger und Anna Holliger in memoriam
Uraufführung
Heinz Holliger (*1939): Gesänge der Frühe nach Schumann und Hölderlin für Chor, Orchester und Tonband

Schumann «war eigentlich fast immer im Zentrum für mich», bekennt Heinz Holliger. Und das gilt ebenso für Friedrich Hölderlin, einen weiteren krisenhaften, von der Gesellschaft als «geisteskrank» eingestuften Künstler. Für Holliger indes sind beide «überhaupt nicht verrückt. Eher visionär. Sie haben einfach viel mehr Antennen.» In seinen Gesängen der Frühe greift er Schumanns gleichnamigen späten Klavierzyklus auf und verknüpft ihn mit Hölderlin-Gedichten, Tagebucheinträgen, Briefen sowie den Obduktionsberichten der beiden Künstler zu einem beklemmenden Psychogramm. Der 2024 verstorbene Aribert Reimann wiederum erbte als entfernter Verwandter des damaligen behandelnden Arztes Schumanns Krankenakten aus der Nervenheilanstalt Bonn-Endenich — und setzte sich in einem Orchesterstück mit der letzten Lebensphase des Komponisten auseinander. Hinzu kommen drei Solostücke von György Kurtág, die Holliger für grosses Orchester transkribiert hat — ein Gruss zu Kurtágs 100. Geburtstag. Ausserdem ein Original-Schumann: Das Nachtlied , das Holliger in seinen Gesängen der Frühe aufgreift, beschwört die bedrohliche Seite der Nacht, bevor der Schlaf seinen «schützenden Kreis» zieht.

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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Lucerne Festival

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Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, De­buts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird Lucerne Festival Summer von Kurzfestivals im Frühling und Herbst: vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra, im Mai von Lucerne Festival Pulse mit dem isländischen Ausnahmepianisten Víkingur Ólafsson und im November von Lucerne Festival Forward, dem Herbst-Festival für Gegenwartsmusik. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.

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Ereignisse / Festspiele Salzburger Festspiele Sommer 2027
Ereignisse / Festival Lucerne Festival Luzern, Hirschmattstr. 13
Ereignisse / Festival Jazztage Dresden Saisonkonzerte
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Ereignisse / Festival Kasseler Musiktage 22.10. bis 1.11.2026
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Ereignisse / Festival rainy days Luxemburg 19. bis 22.11.2026
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Judith
Mitsingen beim Chormusical
Ereignisse / Musical Chormusical
Bethlehem
Mitsingen beim Chormusical
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Ereignisse / Festspiele Bad Hersfelder Festspiele
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Ereignisse / Festival Kreuzgangspiele Feuchtwangen 8.5. bis 15.8.2027
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Ereignisse / Festival Salzkammergut Festwochen Gmunden Region Gmunden
Ereignisse / Konzert Internationale Goslarer Klaviertage 10. bis 20.9.2026
Ereignisse / Festspiele Opernfestspiele Heidenheim
Ereignisse / Festival Lausitz-Festival 25.8. bis 13.9.2026
Ereignisse / Festival Schwetzinger Mozartfest 26.9. bis 11.10.2026
Ereignisse / Festival Oltner Kabarett-Tage
Ereignisse / Festival Usedomer Musikfestival 19.9. bis 10.10.2026
Ereignisse / Festival Wittenberger Renaissance Musikfestival 18. bis 27.9.2026
Ereignisse / Festival Kleist-Festtage 6. bis 11.10.2026
Ereignisse / Konzert Festliche Serenaden Schloss Favorite Rastatt-Förch
12.6. bis 11.10.2026
Ereignisse / Festival Bayreuther Osterfestival
Ereignisse / Festival Theater im Park Wien 20.5. bis 17.9.2026
Ereignisse / Festival transVOCALE 12. bis 14.11.2026 / Frankfurt (Oder) - Słubice
Ereignisse / Meisterkurs Sommermusik im oberen Nagoldtal
Ereignisse / Festival Harzburger Musiktage Internationale Festspiele
Ereignisse / Festival Wiener Kabarettfestival
Ereignisse / Festival Klangspuren Schwaz Tirol 10. bis 26.9.2026
Ereignisse / Festival Klassikfestival AMMERSEErenade 12. bis 26.9.2026
Ereignisse / Festival Passionstheater Oberammergau
Ereignisse / Festival Zahnrad und Zylinder Meissen
Ereignisse / Festival ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart
Ereignisse / Festival Oberstdorfer Musiksommer
Ereignisse / Festspiele Bregenzer Festspiele
Ereignisse / Festival Bluesfestival Baden
Ereignisse / Festival Schwetzinger SWR Festspiele
Ereignisse / Festival Schwetzinger SWR Festspiele
Ereignisse / Festspiele Darmstädter Residenzfestspiele
Ereignisse / Festival Deutsches Mozartfest Augsburg
Ereignisse / Festival Höri Musiktage Bodensee
Ereignisse / Ausstellung La Biennale di Venezia 9.5. - 22.11.2026
Ereignisse / Festival THEATERNATUR Festival
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Aufführungen / Oper Opernhaus Zürich Zürich, Sechseläutenplatz 1
Familie+Kinder / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Konzerte / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Literatur+Sprache / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Konzerte / Konzert Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg Salzburg, Schwarzstraße 26
Konzerte / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Konzerte / Konzerthaus Pierre Boulez Saal Berlin Berlin, Französische Straße 33 D
Konzerte / Konzerthaus Elbphilharmonie Hamburg Hamburg, Platz der Deutschen Einheit 4
Literatur+Sprache / Wettbewerb Literarischer März Darmstadt 6.3.2027
Ausstellungen / Ausstellung OK im OÖ Kulturquartier LINZ Linz, OK-Platz 1
Literatur+Sprache / Lesung Literaturhaus Zürich
Ausstellungen / Museum GRIMMWELT Kassel
Literatur+Sprache / Festival Internationales Literaturfestival Berlin 3. bis 16.9.2026
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Bregenz
Familie+Kinder / Freizeitpark Kulturinsel Einsiedel
Aufführungen / Oper Opernhaus Chemnitz
Literatur+Sprache / Festival Sprachsalz - Int. Tiroler Literaturtage vom 11. bis 13.9.2026
Konzerte / Konzert Klosterkonzerte Maulbronn 16.5. bis 27.9.2026
Konzerte / Konzert StradivariQuartett
Konzerte / Festival FONDAZIONE PRO MUSICA E ARTE SACRA 21.-26.11.2026 / Roma - Vaticano
Aufführungen / Theater Theater im Palais Berlin
Ausstellungen / Museum Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Aufführungen / Kabarett Die Wühlmäuse Berlin
Aufführungen / Theater Jedermann Bremen / Weimar / Coburg / Graz / Bayreuth
Ausstellungen / Museum Ursulienhof Linz
Ereignisse / Festival Dresdner Musikfestspiele
Ereignisse / Kulturveranstaltung Domforum Köln
Ereignisse / Festival Rheingau Musikfestival
Ereignisse / Festival Schleswig-Holstein Musik Festival
Ereignisse / Festspiele Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Ereignisse / Festival Kultursommer Nordhessen
Ereignisse / Festival Ekhof-Festival
Ereignisse / Festival Schumann-Fest Zwickau
Ereignisse / Festival Internationales Jazzfestival Bern Bern
Ereignisse / Festival Bachwoche Ansbach
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Ereignisse / Festival Festival Rümlingen
Ereignisse / Festival Internationale Schillertage Mannheim
Ereignisse / Festival Mülheimer Theatertage
Ereignisse / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
Ereignisse / Festival Intern. Fredener Musiktage
Ereignisse / Konzert Gottfried-Silbermann-Gesellschaft Freiberg
Ereignisse / Festival Internationale Musikfestspiele Saar
Ereignisse / Festival Güldener Herbst Thüringen
Ereignisse / Festival KAMUNA - Karlsruher Museumsnacht
Ereignisse / Festival Residenzwoche München
Ereignisse / Festival Kammermusiktage Bergkirche Büsingen
Ereignisse / Festival VIATHEA Görlitz
Ereignisse / Festival Museumsnacht Bern Bern
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Ereignisse / Festival Jazz Fest Wien
Ereignisse / Festival Brüder Grimm Festival Kassel
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