zur Startseite
© Thies Rätzke
4

Internationales Musikfest Hamburg

Motto »Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«
30.4. bis 6.6.2027


Programmatische Höhepunkte zum Saisonfinale: Die großen Hamburger Orchester und hochkarätige Gäste widmen sich zum Saisonende mehr als fünf Wochen thematischen Konzerten.

Kontakt

Internationales Musikfest Hamburg
Elbphilharmonie
Platz der Deutschen Einheit 4
D-20457 Hamburg

Telefon: +49 40 357 666 0
Fax: +49 40 357 666 43
E-Mail: mail@elbphilharmonie.de

Bewertungschronik

Internationales Musikfest Hamburg bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Internationales Musikfest Hamburg

© Hilde van Mas
Konzert

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg / Omer Meir Wellber

Gubaidulina

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Audi Jugendchorakademie
LauschWerk
Krassimira Stoyanova (Sopran)
Michael Schade (Tenor)
Andrei Bondarenko (Bariton)
Tobias Kehrer (Bass)
Dirigent: Omer Meir Wellber
Martin Steidler (Einstudierung)
Sonja Lachenmayr (Einstudierung)


Sofia Gubaidulina:
Über Liebe und Hass / Oratorium für Sopran, Tenor, Bariton, zwei Chöre und Orchester (Fassung in 15 Sätzen)

Mit ihrem Oratorium »Über Liebe und Hass« schuf Sofia Gubaidulina, eine der bedeutendsten Komponistinnen, ein musikalisches Spiegelbild unserer Gegenwart: »Ich habe sehr alte Texte aus der Bibel ausgewählt, um etwas Universelles zu schaffen und zu zeigen, dass die Extreme von Liebe und Hass immer existierten. Doch diese Kluft scheint mir heute unüberwindlicher als je zuvor«, so die Komponistin. Entstanden ist ein Werk, das nicht nur Klangräume öffnet, sondern existenzielle Fragen stellt. In vier Solostimmen, zwei Chören und großem Orchester entfaltet sich eine Dichte von Klang und Sinn, die in eindringlichen Psalm‑ und Gebetstexten den Gegensatz zweier Urkräfte reflektiert: Liebe und Hass – universelle Triebfedern menschlichen Handelns.

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg / Omer Meir Wellber bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Philharmonisches Staatsorchester Hamburg / Omer Meir Wellber

© Liudmila Jeremis
Konzert

Iannis Xenakis & Florian Weber

Marie Maidowski (Sopran)
Martin Gerke (Bariton)
Jürgen Franz (Flöte)
Anna-Lena Schnabel (Flöte)
Julius Gawlik (Tenorsaxofon)
Percy Pursglove (Trompete)
Nils Wogram (Posaune)
Sebastian Gramss (Kontrabass)
Christian Lillinger (Schlagzeug)
Florian Weber (Klavier)
Mariana Popova (Klavier)
Roman Flügel (Elektronik)
Elbtonal Percussion
(mit Mitgliedern der NDR Bigband)


Iannis Xenakis:
Kassandra für Bariton, Psalter und Schlagwerk
Zyia
Florian Weber:
Neues Werk (Uraufführung)

Iannis Xenakis & Florian Weber bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Iannis Xenakis & Florian Weber

© Marco Borggreve
Szenisches Konzert

Patricia Kopatchinskaja / Ensemble Resonanz: Prometheus

»Prometheus«

Ensemble Resonanz
Patricia Kopatchinskaja (Violine, Rezitation, Konzept, Leitung)
Joonas Ahonen (Klavier, Cembalo)
Lani Tran-Duc (Raum und Visuelles Konzept)
Marco Borggreve (Licht)


»Prometheus«
Ein inszeniertes Konzert mit Werken von Ludwig van Beethoven, Jean-Féry Rebel, Iannis Xenakis u.a.

Flächenbrand im Großen Saal

Über dem Orchester schwebt ein dunkles Objekt, der Saal liegt im Halbdunkel – dann beginnt es zu glühen. Ein Funke: Auftakt eines Abends über das Feuer, das Prometheus den Menschen brachte, Symbol von Erkenntnis und Selbstbestimmung. Gemeinsam mit Patricia Kopatchinskaja verwandelt das Ensemble Resonanz den Konzertsaal in ein Zusammenspiel aus Licht und Klang.

Beethoven griff den Mythos am prominentesten in seinem Ballett »Die Geschöpfe des Prometheus« auf, aus dem er anschließend Motive in seiner berühmten Dritten Sinfonie »Eroica« zitierte. Ursprünglich wollte er die Sinfonie Napoleon Bonaparte widmen, den er anfangs als Lichtgestalt sah, und eine Parallele zum Titanen Prometheus zog.

Abenteuerlustig, unkonventionell und immer auf der Suche nach dem Unbekannten: Mit ihren außergewöhnlichen Programmgestaltungen findet Patricia Kopatchinskaja immer wieder neue, spannende Wege, Musik und Performance zusammenzubringen. Um den Fixstern Beethoven lässt sie den barocken Komponisten Rebel sowie die Avantgardisten Schönberg und Xenakis kreisen. Mit ihrer grandiosen Spielfreude und hypnotisierenden Bühnenpräsenz löst Kopatchinskaja gemeinsam mit dem Ensemble Resonanz einen Flächenbrand aus.

Patricia Kopatchinskaja / Ensemble Resonanz: Prometheus bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Patricia Kopatchinskaja / Ensemble Resonanz: Prometheus

© Todd Rosenberg
Konzert

San Diego Symphony / Leonidas Kavakos / Rafael Payare

Ortiz / Schostakowitsch / Bartók / Strawinsky

San Diego Symphony
Leonidas Kavakos (Violine)
Dirigent: Rafael Payare


Gabriela Ortiz:
Kauyumari
Dmitri Schostakowitsch:
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
Béla Bartók:
Suite aus »Der wunderbare Mandarin« op. 19 Sz 73
Igor Strawinsky:
L’oiseau de feu (Der Feuervogel) / 2. Konzertsuite (Fassung von 1919)

Blauer Hirsch trifft magischen Vogel

Unter der Leitung seines Chefdirigenten Rafael Payare erzählt das San Diego Symphony Orchestra in diesem Konzert wilde Klanggeschichten von mythischen blauen Hirschen, einem Vogel mit Zauberkräften und Gestalten mit düsteren Absichten. Geigenstar Leonidas Kavakos bereichert den Abend um Schostakowitschs Erstes Violinkonzert, das dem Solisten keine Pause gönnt und die Gefühlswelt des Komponisten zwischen Angst und Auflehnung im Stalin-Regime nachzeichnet.

Abschluss und Auftakt des Abends stehen im Zeichen fantastischer Tiere: Strawinskys berühmte Ballett-Suite vertont mit irisierender Opulenz das Märchen von Prinz Iwan, der den magischen Feuervogel befreit und mit ihm den Zauberer Kaschtschej besiegt. Gabriela Ortiz spürt dem Blauen Hirsch, einer Sagengestalt ihrer mexikanischen Heimat, nach: Die Huichol treten durch einen halluzinogenen Kaktur mit ihm in Kontakt und verehren ihn spirituellen Heiler und Anführer in eine unsichtbare Welt.

Mit der Suite aus dem Ballett »Der wunderbare Mandarin« steht zudem ein skandalträchtiges Stück von Béla Bartók auf dem Programm. Niemand Geringeres als Konrad Adenauer, damals Bürgermeister von Köln, sorgte dafür, dass das Stück nach der Uraufführung vorerst nicht mehr gespielt werden durfte. Für die 1920er-Jahre war das Stück über Prostitution, Zuhälterei und Mord thematisch zu explizit – dafür passt es umso besser in das Thema des Internationalen Musikfests 2027: »Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll«. Dazu kommt die expressive Musik Bartóks, die das Publikum von damals irritierte, seitdem aber einen festen Platz im Konzertrepertoire eingenommen hat.

Einführung mit Verena Mogl
19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal

San Diego Symphony / Leonidas Kavakos / Rafael Payare bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte San Diego Symphony / Leonidas Kavakos / Rafael Payare

© Konrad Hartig
Konzert

Schattenkonzert

treppenhausorchester
Yannick Hettich
Tabea Küppers
Johanna Ruppert


Anonyme Erzähler:innen teilen in geschütztem Rahmen ihre Geschichten und verleihen gemeinsam mit Musik gesellschaftlichen Herausforderungen eine Stimme.

Beim »Schattenkonzert« sitzen Musiker:innen des jungen »Orchesters im Treppenhaus« auf der Bühne, zusammen mit Menschen, die in ihrem Leben etwas Schweres erlebt haben. Diese Menschen teilen Ihre Geschichte mit dem Publikum, sie reden anonym hinter einer Schattenwand. Das Orchester hat das Format der »Schattenkonzerte« vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um Menschen eine Stimme zu geben und auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen. In der Vergangenheit ging es etwa um Mobbing, Fluchterfahrungen oder den Ausstieg aus der rechten Szene. Zusammen mit der Elbphilharmonie entsteht nun ein neues Programm, passend zum Musikfest-Motto »Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«. Das Orchester spielt zu den persönlichen Geschichten ausgewählte Musik.

Schattenkonzert bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Schattenkonzert

© Nicky Webb Photography
Konzert

Schumann: Szenen aus Goethes »Faust« / Thomas Hengelbrock

Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester
Konstantin Krimmel (Faust)
Katharina Ruckgaber (Gretchen)
Julian Prégardien (Ariel, Pater Ecstaticus)
Florian Boesch (Mephistopheles)
Domen Križaj (Pater Profundus)
Marie Lys (Sorge, jüngerer Engel)
Dirigent: Thomas Hengelbrock


Robert Schumann:
Szenen aus Goethes »Faust« für Soli, Chor und Orchester WoO 3

Schumanns »Faust«

Die Vertonung von »Faust«, Goethes umfangreichstem Drama. war eine scheinbar unlösbare Aufgabe, von der sich so mancher Komponisten eben deshalb besonders stark angezogen fühlte. Und mit seinen oft ins Manische ausgreifenden Stimmungen war Robert Schumann wohl besonders geeignet, den tragischen Seelenzuständen von Goethes zweifelhaftem Helden nachzuspüren. Mit der ihnen eigenen Intensität bringen die Balthasar-Neumann-Ensembles Schumanns »Szenen aus Goethes Faust« nun zu einer packenden Aufführung, deren prominente Riege von Solist:innen durch keinen geringeren als Tenor-Superstar Julian Prégardien angeführt wird.

Der enormen Länge des Goethe’schen Dramas begegnete der schriftstellerisch talentierte Schumann, indem er der Komposition seine eigene Auswahl von Schlüsselszenen zu Grunde legte. So gelang ihm die Schaffung eines spannungsvollen Kondensats, das in knapp zwei Stunden zentrale Stationen des Dramas durchmisst. Irgendwo zwischen weltlichem Oratorium und Riesensinfonie mit Chor und Soli behauptet dieses ungewöhnliche Werk seine Sonderstellung als schillerndes Zwitterwesen und ergreift bis heute mit einer emotionalen Verlaufskurve, deren Höhen und Tiefen das gesamte Spektrum menschlichen Fühlens umfassen.

Einführung
19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal

Schumann: Szenen aus Goethes »Faust« / Thomas Hengelbrock bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Schumann: Szenen aus Goethes »Faust« / Thomas Hengelbrock

© Marco Borggreve
Konzert

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin / Jean-Guihen Queyras / Kazuki Yamada

Chin / Dutilleux / Berlioz

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Jean-Guihen Queyras (Violoncello)
Dirigent: Kazuki Yamada


Unsuk Chin:
subito con forza
Henri Dutilleux:
Konzert für Violoncello und Orchester »Tout un monde lointain ...«
Hector Berlioz:
Symphonie fantastique / Épisode de la vie d’un artiste op. 14

Blumen des Bösen

Mit der Saison 2026/27 ist Kazuki Yamada Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. In der Elbphilharmonie gastieren sie zusammen mit dem kanadischen Cello-Star Jean-Guihen Queyras und einem Programm der spannenden Gegensätze: So zart das Cellokonzert von Henri Dutilleux sich entfaltet, so wild und entfesselt ist die Musik in Hector Berlioz berühmter »Symphonie fantastique«.

Passend zum Musikfest-Motto »Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll« schickt Berlioz in seiner Musik einen jungen verliebten Künstler von der ersten glücklichen Schwärmerei über einen furiosen Ball in einen Opium-Rausch mit Höllenritt zum Jüngsten Gericht. Der Komponist ließ sich von seiner Schwärmerei für die Schauspielerin Harriet Smithson inspirieren – die so beeindruckt von der Musik war, dass sie Berlioz kennenlernen wollte und die beiden tatsächlich heirateten.

Auch Dutilleux fand poetische Inspiration für sein Cellokonzert. »Tout un monde lointain…« bezieht sich auf fünf Gedichte aus dem Zyklus »Fleurs du mal« (»Blumen des Bösen«) von Charles Baudelaire. Mit ihren Themen rund um die dunklen, melancholischen und bisweilen erotischen Seiten der Menschheit waren die Gedichte zur Veröffentlichung um 1860 ein Skandal, wurden aber innerhalb kürzester Zeit ein fester Bestandteil der Weltliteratur.

Einführung mit Dominik Bach
19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Foyer Nähe Haupt-Bar (nur Stehplätze)

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin / Jean-Guihen Queyras / Kazuki Yamada bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Deutsches Symphonie-Orchester Berlin / Jean-Guihen Queyras / Kazuki Yamada

© Marco Borggreve
Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester / Bertrand Chamayou / Barbara Hannigan

NDR Elbphilharmonie Orchester
Bertrand Chamayou (Klavier)
Barbara Hannigan (Sopran und Dirigentin)
ARP Theatre (Lichtdesign)


Claude Debussy:
Syrinx
Jean Sibelius:
Luonnotar / Tondichtung für Sopran und Orchester op. 70
Alexander Skrjabin:
Prométhée ou Le poème du feu op. 60
Claude Vivier:
Orion
Franz Schreker:
Nachtstück / aus: Der ferne Klang

Klang und Begehren

»Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«, lautet das Motto des Internationalen Musikfestes Hamburg 2027. Barbara Hannigan hat für ihren Auftritt in Doppelrolle beim NDR Elbphilharmonie Orchester dazu ein hochoriginelles Programm zusammengestellt, das der Verbindung von Musik und Begehren nachspürt. Dabei leitet die kanadische Powerfrau nicht nur das NDR Elbphilharmonie Orchester, sondern singt auch den Sopran-Part in Sibelius’ »Luonnotar«.

Vom Flöten-Solo bis zum orgiastischen Klanggedicht für Orchester spannt sich der Bogen der ersten Konzerthälfte. Im Zentrum steht dabei die Verwandlung von Begehren in Klang. Die nach ihm benannte Pan-Flöte schuf der lüsterne Gott, als sich die Nymphe Syrinx ihm verweigerte und von einem gnädigen Schicksal in Schilfrohr verwandelt wurde. In »Luonnotar« fand Jean Sibelius suggestive Töne für die Sehnsucht der finnischen Naturgöttin, die Äonen lang alleine lebte und schließlich nach 730 Jahren Schwangerschaft den Sänger Väinämöinen zur Welt brachte. Und Alexander Skrjabins Musik schließlich ist Sinnlichkeit pur: »Es war wie ein Eisbad. Kokain und Regenbögen. Wochenlang ging ich umher wie in Trance«, schwärmte etwa der »Grand old man of Sex«, Henry Miller, über das Vorgängerwerk des »Prométhée«. In seinem mit riesenhaftem Orchester samt Solo-Klavier besetzten »Gedicht des Feuers« über den Lichtbringer Prometheus heizte der russische Symbolist noch stärker ein.

In der zweiten Konzerthälfte geht es wesentlich keuscher zu; hier steht vor allem die Sehnsucht nach dem, was nicht ist, im Zentrum: Der Planet Orion war für den kanadischen Komponisten Claude Vivier ein Sehnsuchtsort. Als Adoptivkind und Einzelgänger schuf Vivier sich seine eigene Welt: Orion, so fantasierte der junge Claude, war der Ort, an dem seine leiblichen Eltern leben. Als Komponist kleidete er diese Vision später in funkelnde Orchesterklänge. Und auch die Hauptfigur von Franz Schrekers (autobiografischer) Oper »Der ferne Klang« ist voll von Träumen und unerfüllter Sehnsucht. Das Orchesterzwischenspiel namens »Nachtstück« ist die Klang gewordene Vision »jener einen Nacht, die er mit ihr (seiner Geliebten) hätte verbringen können«. Tat er aber nicht, stattdessen jagt er dem falschen Traum vom »Fernen Klang« hinterher – und hinterließ uns berauschende Musik.

Einführung
6.5.: 19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal

NDR Elbphilharmonie Orchester / Bertrand Chamayou / Barbara Hannigan bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte NDR Elbphilharmonie Orchester / Bertrand Chamayou / Barbara Hannigan

© Stephan Zwickirsch
Konzert

Stuttgarter Kammerorchester / Martynas Levickis

Glass / Piazzolla

Stuttgarter Kammerorchester
Martynas Levickis (Akkordeon)
Leitung: Susanne von Gutzeit


Philip Glass:
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 »Tirol Concerto« / Bearbeitung für Akkordeon und Streichorchester
Astor Piazzolla:
Aconcagua / Konzert für Bandoneon, Streichorchester und Schlagwerk
sowie weitere Werke von Philip Glass, Astor Piazzolla u.a.

​Minimal Music meets Tango Nuevo

Zum 90. Geburtstag überreicht Star-Akkordeonist Martynas Levickis Philip Glass, dem Altmeister der Minimal Music, eine druckfrische Bearbeitung seines stimmungsvollen »Tirol Concerto« für Akkordeon und Streichorchester. Dabei weiß Levickis die perfekten musikalischen Partner an seiner Seite, denn das Stuttgarter Kammerorchester spielte im Jahr 2000 bereits die Uraufführung des Meisterwerks, das Tiroler Volksmelodien mit der hypnotischen Kraft von Glass’ unverwechselbarer Klangsprache vereint. Mit Astor Piazzollas feurig-melancholischem »Aconcagua« aus dem Jahr 1979 schlägt der Litauer im Anschluss eine musikalische Brücke nach Lateinamerika. Ein Konzert, wie gemacht für einen lauen Maiabend.

Stuttgarter Kammerorchester / Martynas Levickis bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Stuttgarter Kammerorchester / Martynas Levickis

© Helge Hansen
Konzert

Berliner Philharmoniker / Leif Ove Andsnes / Kirill Petrenko

Mendelssohn / Grieg / Beethoven

Berliner Philharmoniker
Leif Ove Andsnes (Klavier)
Dirigent: Kirill Petrenko


Felix Mendelssohn Bartholdy:
Die Hebriden oder Die Fingalshöhle / Konzertouvertüre h-Moll op. 26
Edvard Grieg:
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16
Ludwig van Beethoven:
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 »Pastorale«

Natur im Konzertsaal

Auf in die Natur! So klingt es aus jedem Ton dieses Programms – wenn es doch nur im Konzertsaal nicht so schön wäre ... Bei ihrer langersehnten Rückkehr nach Hamburg haben die Berliner Philharmoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Kirill Petrenko mit Beethovens Pastorale einen absoluten Klassiker im Gepäck und liefern damit einen wunderschönen Beitrag zum Beethoven-Jahr 2027. Denn so klangvoll und ausdifferenziert wie von diesem Spitzenklangkörper habt das Publikum die sinfonische Naturschilderung – inklusive Bachgeplätscher, Donner und Blitz – mit Sicherheit schon lange nicht mehr gehört. In der ersten Konzerthälfte steht den Berlinern mit Leif Ove Andsnes einer der authentischsten Pianisten für Edvard Griegs atmosphärisches Klavierkonzert zur Seite: Norwegens Bedeutung in der Welt der klassischen Musik wurde von beiden entscheidend geprägt.

Berliner Philharmoniker / Leif Ove Andsnes / Kirill Petrenko bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Berliner Philharmoniker / Leif Ove Andsnes / Kirill Petrenko

© Suxiao Yang
Konzert

Augustin Hadelich / Marie-Elisabeth Hecker / Martin Helmchen

Beethoven / Kodály / Schumann

Augustin Hadelich (Violine)
Marie-Elisabeth Hecker (Violoncello)
Martin Helmchen (Klavier)


Ludwig van Beethoven:
Sonate für Violoncello und Klavier A-Dur op. 69
Zoltán Kodály:
Duo für Violine und Violoncello op. 7
Robert Schumann:
Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63

Drei Freunde, drei kammermusikalische Welten

Wie eng sie einander verbunden sind – künstlerisch wie persönlich –, wird vom ersten Ton an spürbar: Der renommierte Violinist Augustin Hadelich lädt zum Abschluss seiner Hamburg-Residenz zwei Herzenspartner auf die Bühne der Laeiszhalle: die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker und den Pianisten Martin Helmchen. Ein befreundetes Musikerpaar – und mit Hadelich ein Trio, das sich seit Jahren kennt, vertraut und musikalisch blind versteht. In wechselnden Besetzungen feiern sie die Kammermusik als das, was sie im Innersten ist: Gespräch, Abenteuer und lebendiger Austausch.

Das Programm spannt einen Bogen durch drei sehr unterschiedliche Klangwelten. In der A-Dur-Cellosonate von Ludwig van Beethoven begegnen sich Klavier und Violoncello auf Augenhöhe – mal zupackend und energiegeladen, mal gesanglich innig, stets durchzogen von jener inneren Spannung, die Beethoven so unverwechselbar macht. Mit dem Duo für Violine und Violoncello von Zoltán Kodály treten zwei Streichinstrumente in einen elektrisierenden, oft hochvirtuosen Dialog, in dem folkloristische Anklänge auf expressive Moderne treffen.

Den Schlusspunkt setzt das d-Moll-Klaviertrio von Robert Schumann: ein Werk voller leidenschaftlicher Dramatik, lyrischer Innigkeit und dichter kammermusikalischer Verflechtungen – Musik, die von der Genauigkeit und dem Vertrauen eines eingespielten Ensembles lebt.

Einführung mit Lars Entrich
19:00 Uhr
Laeiszhalle, Kleiner Saal

Augustin Hadelich / Marie-Elisabeth Hecker / Martin Helmchen bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Augustin Hadelich / Marie-Elisabeth Hecker / Martin Helmchen

© Harald Hoffmann
Konzert

L’Arpeggiata / Rolando Villazón / Christina Pluhar

»Orfeo son io«

L’Arpeggiata
Rolando Villazón (Tenor)
Christina Pluhar (Theorbe und Leitung)


»Orfeo son io«

Seit Rolando Villazón 2016 sein Rollendebüt in Monteverdis »L’Orfeo« gegeben hat, lässt ihn der Orpheus-Mythos nicht mehr los. Kein Wunder, ist doch der charismatische mexikanische Tenor bekannt dafür, Charaktere mit emotionaler Sprengkraft zum Leben zu erwecken und extreme Gefühlswelten greifbar zu machen. Und gerade Orpheus ist Vorbild und Urbild für die Kraft und Macht der Musik. Daher stand der Held gleich mehrfach Pate, als die Geburtsstunde der Oper als musikalisches Gesamtkunstwerk schlug: von Jacopo Peris »Euridice«, die 1600 in Florenz als erste gesicherte Opernaufführung gilt, über Monteverdi (1607) bis zu Luigi Rossi (1647) oder Antonio Sartorio (1673). Ausgehend von diesen verschiedenen musikalischen Auslegungen der Orpheus-Sage wandelt Villazón auf den Spuren der Liebe und Tragik in allen nur erdenklichen Facetten und führt sie bis in die Gegenwart. Ihm zur Seite stehen Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata – Garanten für ein lebendiges und farbenreiches Musikerlebnis quer durch die Jahrhunderte.

L’Arpeggiata / Rolando Villazón / Christina Pluhar bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte L’Arpeggiata / Rolando Villazón / Christina Pluhar

© Kristian Schuller
Konzert

Kammerorchester Wien-Berlin / Anne-Sophie Mutter

Mozart / Previn

Kammerorchester Wien – Berlin
Anne-Sophie Mutter (Violine und Leitung)


Johann Adam Hiller:
Ouvertüre zu »Die Jagd«
André Previn:
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2
Wolfgang Amadeus Mozart:
Konzert für Violine und Orchester B-Dur KV 207
Aftab Darvishi:
Likoo für Violine solo
Wolfgang Amadeus Mozart:
Konzert für Violine und Orchester A-Dur KV 219

Liebeserklärungen

Anne-Sophie Mutter liebt Mozart. Tief verbeugt sie sich vor dem Meister: »Er wird noch leben, wenn ich längst vergessen bin.« Aber was könnte seiner Musik gegenwärtig Besseres passieren als diese Meistergeigerin par excellence? Anne-Sophie Mutter hat Mozarts Violinkonzerte ungezählte Male interpretiert. Warum immer wieder Mozart? »Weil ich diese Musik so sehr liebe, weil sie mir Schauer über den Rücken jagt und mich zu Tränen rührt und weil sie die Zuhörer berührt.« Gemeinsam mit dem Kammerorchester Wien-Berlin stellt sie dem Wiener Klassiker eine weitere Liebe ihres Lebens zur Seite: Als Ehemann und enger künstlerischer Vertrauter hat André Previn ihr zahlreiche Werke in die Seele komponiert. »Er hat mich musikalisch befreit«, sagt Mutter, denn er habe ihr geholfen, ihren eigenen Weg zu finden.

Kammerorchester Wien-Berlin / Anne-Sophie Mutter bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Kammerorchester Wien-Berlin / Anne-Sophie Mutter

© Sophie Wolter
Liederabend

Ema Nikolovska & Sean Shibe

»Orlando«

Ema Nikolovska (Mezzosopran)
Sean Shibe (Gitarre, E-Gitarre und Elektronik)


»Orlando«
Jules Massenet:
Ô souverain, ô juge, ô père / Arie des Rodrigue aus der Oper »Le Cid«
John Dowland:
Praeludium
Come Again, Sweet Love Doth Now Invite F I/66
Think’st Thou Then by Thy Feigning
Come, Heavy Sleep F I/40
Sasha Scott:
1000 Parts of You
Detlev Glanert:
Insel der Düfte / aus: Orlando-Lieder
Hexensabbat / aus: Orlando-Lieder
Thomas Adès:
Over the Sea / Szene der Blanca aus der Oper »The Exterminating Angel«
Detlev Glanert:
Lied der Wehmut / aus: Orlando-Lieder
Thomas Adès:
Habanera / Arie der Leonora aus der Oper »The Exterminating Angel«
Detlev Glanert:
Orlandos Traum / aus: Orlando-Lieder
Lied vom Meer / aus: Orlando-Lieder
Der Hippogryph / aus: Orlando-Lieder
Cassandra Miller:
Dream Memorandum
Hans Abrahamsen:
See the Limpid Spring / aus: Two Inger Christensen Songs
Franz Schubert:
So laßt mich scheinen / aus: Gesänge aus Wilhelm Meister
John Dowland:
Orlando Sleepeth
Pauline Viardot-García:
Aimez-moi
Bob Dylan:
Masters of War
Laurie Anderson:
O Superman (for Massenet)

Prinzip Vielfalt

»Das Duo begeistert mit einem ambitionierten Ritt durch die Jahrhunderte und macht dabei vor (fast) nichts halt.« Wer sich diese begeisterte Reaktion des Berliner Tagesspiegel über das Programm »Orlando« von Ema Nikolovska und Sean Shibe liest, kann erahnen, das hier das altehrwürdige Liederabendformat einem umfassenden Update unterzogen wurde.

Als Inspiration für das Programm diente die Hauptfigur eines experimentellen Romans von Virginia Woolf. Orlando erlebt eine wechselvolle, mehrere Jahrhunderte umspannende Lebensgeschichte und wechselt schließlich noch das Geschlecht. Dass eine derart vielschichtige Vorlage nach einer ebenso facettenreichen Adaption verlangt, ist nur folgerichtig. Und so erhoben Nikolovska und Shibe die Wandlungsfähigkeit zum Modus operandi eines Abends, der nicht weniger als 11 Komponist:innen und sechs Jahrhunderte umfasst!

Von den barocken Klängen John Dowlands über die romantische Empfindsamkeit Franz Schuberts bis hin zu zeitgenössischen Stimmen wie Thomas Adès führt die Verlaufskurve und schließt ganz nebenbei noch Musik von Bob Dylan mit ein. Um der Bandbreite dieses Repertoires gerecht zu werden, spielt Sean Shibe sowohl klassische als auch elektronische Gitarre und erweitert das Klangspektrum außerdem um elektronische Komponenten. Herzliche Einladung zum Ritt durch die Jahrhunderte!

Einführung
18:30 Uhr
Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Ema Nikolovska & Sean Shibe bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Ema Nikolovska & Sean Shibe

© Maurice Haas
Konzert

Belcea Quartet

Beethoven

Belcea Quartet
Corina Belcea (Violine)
Suyeon Kang (Violine)
Krzysztof Chorzelski (Viola)
Antoine Lederlin (Violoncello)


Ludwig van Beethoven:
Streichquartett D-Dur op. 18/3
Streichquartett f-Moll op. 95 »Quartetto serioso«
Streichquartett e-Moll op. 59/2

Beethoven pur

15 Jahre ist es her, dass das Hamburger Publikum gemeinsam mit dem Belcea Quartet den kompletten Streichquartettzyklus von Ludwig van Beethoven erleben durfte. Anlässlich des Beethoven-Jahres 2027 hat das Ensemble nun erneut »Beethoven pur« im Gepäck und verspricht, dem Publikum im Kleinen Saal der Elbphilharmonie ein weiteres seiner »Konzerte für die Ewigkeit« (Hamburger Abendblatt) zum Geschenk zu machen.

Die nie nachlassende Faszination, die von Beethovens Musik ausgeht, trägt auch diesen Konzertabend. Ein kontrastreiches Panorama aus frühen und mittleren Quartetten präsentiert das Belcea Quartet: Im ersten Teil trifft der gelöste Liebreiz des op. 18/3 auf die atemlose Dramatik des extrem konzentrierten op. 95, bei dem der Beiname »Serioso« tönendes Programm ist.

Seriös geht es auch nach der Pause zu: In dem zu Beethovens Zeiten äußerst seltenen e-Moll zeigt das mittlere der drei »Rasumovsky«-Quartette die geballte Ausdruckskraft des reifen Beethoven zwischen wütendem Aufbegehren, philosophischer Sinnsuche und herzergreifenden Seelenbekenntnissen.

Einführung mit Lars Entrich
18:30 Uhr
Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Belcea Quartet bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Belcea Quartet

© Giorgia Bertazzi
Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester / Christian Tetzlaff / Pablo Heras-Casado

Adámek / Falla / Ravel

NDR Elbphilharmonie Orchester
Marina Heredia (Gesang)
Christian Tetzlaff (Violine)
Dirigent: Pablo Heras-Casado


Ondřej Adámek:
Thin Ice / Konzert für Violine und Orchester Nr. 2
Manuel de Falla:
El amor brujo (Der Liebeszauber) / Ballett mit Gesang in einem Akt
Maurice Ravel:
Boléro

Verzehrende Leidenschaften

»Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«, lautet das Motto des Internationalen Musikfestes Hamburg 2027. So hat Pablo Heras-Casado für sein Gastspiel beim NDR Elbphilharmonie Orchester drei Werke rund um verzehrende Leidenschaft – und deren Nachspiel – mitgebracht.

Karnevaleske Ausschweifungen sind ein Thema in Ondrej Adámeks Violinkonzert »Thin Ice« – allerdings denkt der tschechische Komponist die anschließende Katerstimmung gleich mit. In vier Sätzen schlägt er den Bogen von »eruptiver Freude« über die »Stimme der Reue« bis zur »Rückkehr der Wildheit«. Garantiert nichts zu bereuen gibt es bei der Wahl des Solisten: Christian Tetzlaff ist der Geiger der Wahl für Kenner und Genießer.

Gruselig geht es zu in Manuel de Fallas Ballet »El amor brujo«: Die Protagonistin wird vom Geist ihres verstorbenen Mannes heimgesucht. Der hat sie zu Lebzeiten mit ihrer besten Freundin betrogen. Also dreht sie in einem nächtlichen Ritual der Verräterin den gespenstischen Liebhaber an – und ist frei für ihren neuen Lover. Wo Leidenschaften so hochkochen, ist der Flamenco die Sprache der Wahl, und de Falla streute Lieder über Schmerz und »falsches Feuer« in sein Ballett ein.

»Hast Du es schon mal zu Ravels ›Boléro‹ gemacht?«, fragt Bo Derek in dem Film »Zehn – Die Traumfrau«. Kinofans, die 1980 in der Pubertät waren, werden sich erinnern. Tatsächlich hat die Deutung von Ravels Hit-Nummer als getanzter Sex eine lange Tradition: Von der ersten Choreografie von 1928, in der die Primadonna auf einem Kneipen-Tisch tanzte, über den später von der Zensur kassierten Hollywoodfilm »Bolero« von 1934 bis zur Choreografie von Maurice Bejart. Und selbst solide deutsche Musikwissenschaftler wie Hans Heinz Stuckenschmidt inspirierte der »Boléro« zu lyrischen Ergüssen: »Ein Wesensmerkmal der Ravelschen Musik ist ihre Hautsinnlichkeit, ihre Paarungsbesessenheit. Sie ist klanggewordener Eros wie kaum noch eine andere.«

Einführung
14.5.: 19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal

NDR Elbphilharmonie Orchester / Christian Tetzlaff / Pablo Heras-Casado bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte NDR Elbphilharmonie Orchester / Christian Tetzlaff / Pablo Heras-Casado

© Rocket & Wink
Konzert

Ensemble Resonanz / RIAS Kammerchor / Justin Doyle

»beloved«

Ensemble Resonanz
RIAS Kammerchor Berlin
Dirigent: Justin Doyle


Guillaume de Machaut:
Douce dame jolie
Jean Sibelius:
Rakastava (Der Liebende) für gemischten Chor
Rakastava (Der Liebende) / Suite für Streichorchester, Pauken und Triangel op. 14
Edvard Grieg:
Zwei elegische Melodien op. 34 / Bearbeitung für Streicher und gemischten Chor von Justin Doyle
Veljo Tormis:
Armastus
Helletused
Judith Weir:
Le roman de Tristan (Uraufführung)

»Süße Dame, ohne Euch kann ich nicht leben.« Die Worte stammen aus einer anderen Zeit – das Gefühl nicht: ein Crush.

Mit dem RIAS Kammerchor Berlin ist einer der führenden Chöre Europas zu Gast in der Elbphilharmonie und trifft auf das Ensemble Resonanz. Gemeinsam widmen sie sich einem Thema, das sich durch die Jahrhunderte zieht: Liebe, Verlangen und Ekstase. Vom ersten Begehren bis zum Kontrollverlust. Im Zentrum steht ein neues Werk von Judith Weir, das hier zur Uraufführung kommt.

Liebe ist kein Zustand. Sie ist ein Ereignis. Und uralt – ein Moment, der einen trifft und nicht mehr loslässt, eine Spannung, die bleibt. Der Abend folgt diesem Verlauf.

Am Anfang steht ein Einschlag, wie ihn schon Guillaume de Machaut im 14. Jahrhundert beschreibt: Sehnsucht, Verlangen, eine körperliche Intensität. In Jean Sibelius’ »Rakastava« (Der Liebende) ist die Nähe noch spürbar, aber nicht mehr greifbar, sie hat sich verschoben und klingt als Nachhall weiter. Bei Edvard Grieg beginnen die Gefühle zu zirkulieren, bei Veljo Tormis kippt das Intime ins Kollektive: Die Stimmen werden körperlich, rhythmisch, fast tranceartig. Und dann ein Kipppunkt: Judith Weir nimmt den Tristan-Mythos zum Ausgangspunkt, eine der großen Erzählungen von Liebe im Extrem. Ihr neues Werk durchleuchtet diese Geschichte von innen: Liebe entzieht sich hier jeder Ordnung, verschiebt Grenzen und setzt Kontrolle außer Kraft. Nichts bleibt mehr, wie es war.

Ensemble Resonanz / RIAS Kammerchor / Justin Doyle bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Ensemble Resonanz / RIAS Kammerchor / Justin Doyle

© Hans van der Wörd
Konzert

NDR Vokalensemble / FestspielOrchester Göttingen / Klaas Stok

Händel

NDR Vokalensemble
FestspielOrchester Göttingen
Solist:innen des NDR Vokalensembles
Leitung: Klaas Stok


Georg Friedrich Händel:
Arrival of the Queen of Sheba
Psalm 109 »Dixit Dominus« HWV 232
Coronation Anthems HWV 258–261

Barocke Pracht für Fußballfans

»Mit aller Pracht und Großartigkeit, die sich ersinnen lässt!«, so stellte sich 1727 der zukünftige George II. die Musikuntermalung seiner Krönungszeremonie vor. Und Georg Friedrich Händel lieferte. Seine vier »Coronation Anthems«, auf Deutsch »Krönungshymnen«, gerieten ihm so umwerfend, dass auch die folgenden britischen Thronfolgerinnen und Thronfolger sie für die eigenen Festlichkeiten auswählten. Doch nicht nur das. Auch so manchen Fußballfan erfreut Händels Komposition noch heute: das Anthem »Zadok the Priest« ist nämlich musikalische Grundlage der Champions-League-Hymne. Bei der olympischen Eröffnungsfeier 2012 in London erklang dagegen Händels ähnlich prachtvolle Ouvertüre »Queen of Sheba«.

Farbenprächtig ist auch Händels »Dixit Dominus«. Der Komponist schrieb das Werk mit Anfang zwanzig auf einer Bildungsreise durch Italien. Wohl durch die vielen neuen Eindrücke angeregt, wagte sich Händel an die Ausdeutung des recht plastischen Psalmtextes. Und zwar mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, von Tonmalerei bis hin zur kühnen Harmonik. Komprimiert zeigen sich hier bereits die Techniken, die er auch später für seine Opern und Oratorien anwenden wird.

Seit Langem ist das NDR Vokalensemble alljährlicher Gast bei den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen. Daraus entwickelte sich in den vergangenen Jahren eine Kooperation und die dort aufgeführten Werke werden ebenfalls einmal in Hamburg oder einer Stadt im nahen Umkreis präsentiert. 2027 steht der Chefdirigent des NDR Vokalensembles Klaas Stok am Pult des FestspielOrchesters Göttingen. Der exklusive Festival-Klangkörper setzt sich aus Musikerinnen und Musikern der renommiertesten Barockorchester der Welt zusammen.

NDR Vokalensemble / FestspielOrchester Göttingen / Klaas Stok bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte NDR Vokalensemble / FestspielOrchester Göttingen / Klaas Stok

© Ben Wolf
Konzert

Seong-Jin Cho / Klavierabend

Widmann / Prokofjew / Mozart

Seong-Jin Cho (Klavier)

Jörg Widmann:
Sonatina facile
Sergej Prokofjew:
Romeo und Julia / Zehn Stücke für Klavier op. 75
Wolfgang Amadeus Mozart:
Fantasie c-Moll KV 396 (385f)
Sergej Prokofjew:
Sonate für Klavier Nr. 8 B-Dur op. 84

Klingende Geschichten

»Chos Spiel verbindet poetische Linienführung mit strukturierender Intelligenz«, »Virtuose Brillanz trifft erzählerische Poesie«: Ganz klar, Seong-Jin Cho gehört zu jenen Ausnahmetalenten, die nicht nur ihr Instrument perfekt beherrschen, sondern auch die Gabe haben, spannende musikalische Geschichten zu erzählen. Ein Paradebeispiel hierfür ist das ProArte-Programm des koreanischen Superstars: Nicht nur spannt es einen Bogen vom Klangmagier Mozart über den Klaviergott Prokofjew bis hin zu Jörg Widmann und seiner anspielungsreichen Kompositionskunst. Auch die gewählten Werke selbst erzählen Geschichten: von der tragischen Liebe Romeos und Julias. Von Krieg und Frieden in Prokofjews »Kriegssonate« op. 84. Von Felix Mendelssohn Bartholdy, dem der greise Goethe ein bis dahin unbekanntes Mozart-Fragment zum Blattspiel auf den Flügel legte. Und von einem leichtfüßigen Gruß Jörg Widmanns über die Jahrhunderte hinweg an Mozart und seine »Sonata facile«.

Seong-Jin Cho / Klavierabend bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Seong-Jin Cho / Klavierabend

© Dovile Sermokas
Konzert

Orchestre Philharmonique de Radio France / Mao Fujita / Mirga Gražinytė-Tyla

Brahms / Debussy / Ravel

Orchestre Philharmonique de Radio France
Mao Fujita (Klavier)
Dirigentin: Mirga Gražinytė-Tyla


Johannes Brahms:
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83
Claude Debussy:
Prélude à l’après-midi d’un faune
Maurice Ravel:
Daphnis et Chloé / Fragments symphoniques, deuxième série

Erotische Träume eines Fauns

Seit einigen Jahren hat sich die litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla einen festen Platz in der vordersten Reihe herausragender Dirigent:innen erarbeitet. Nun kommt sie mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dessen erste Gastdirigentin sie ab der Saison 2026/27 ist. Für Brahms’ großartiges Zweites Klavierkonzert musiziert Shootingstar Mao Fujita an ihrer Seite.

Würde man sich die beiden Konzerthälften als Gemälde nebeneinander vorstellen, so stünde auf der einen Seite Brahms mit einem streng durchdachten Bild, genau konzipierter Perspektive und präzisen, farbintensiven Motiven im Vorder- und Hintergrund. Auf der anderen Seite Debussy und Ravel – reiche impressionistische Farbflächen und -tupfer gingen ineinander über, die Bildsprache wäre assoziativ und verträumt.

Debussys »Prélude à l’après-midi d’un faune« und Ravels Ballett »Daphnis et Chloé« sind seit der Uraufführung von letzterem eng miteinander verbunden. Erstmals stand hier Ravels Stück mit Tanz auf dem Programm und die in Szene gesetzten erotischen Träume des Fauns versetzten das Publikum so sehr in Aufruhr, dass es kaum noch Ohren für Ravels Musik hatte. Als Konzertsuite ohne Tanz erlangte die opulente Musik zu der antiken Liebesgeschichte aber ebenfalls schnell Berühmtheit.

Orchestre Philharmonique de Radio France / Mao Fujita / Mirga Gražinytė-Tyla bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Orchestre Philharmonique de Radio France / Mao Fujita / Mirga Gražinytė-Tyla

© Gisela Schenker
Konzert

Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias

CPE.Bach.Chor.Hamburg
Staatskapelle Halle
Sarah Wegener (Sopran)
Anke Vondung (Alt)
Daniel Behle (Tenor)
Michael Volle (Bass)
Leitung: Hansjörg Albrecht


Felix Mendelssohn Bartholdy:
Elias / Ein Oratorium nach Worten des Alten Testaments op. 70

Zwischen Zweifel und Vertrauen

Elias – Ein zorniger Prophet, und ein Mann voller Zweifel. Ein Eiferer, der zum Töten aufruft, und doch ein Mensch, der Mitleid und Güte beweist. Die Titelfigur in Felix Mendelssohns Oratorium Elias ist kein starrer Säulenheiliger, sondern ein Charakter aus Fleisch und Blut. Mendelssohns visionäre Musik mit ihren Schilderungen von Stürmen, Erdbeben, Wasserfluten und Feuer wirft sich voll elementarer Wucht hinein in diese alttestamentarische Geschichte und vergisst aber auch die Momente des Trostes nicht. Damit wurde der Elias zum beliebtesten Oratorium des 19. Jahrhunderts. Auf Ikonen der Ostkirche sitzt der bärtige Elias einsam im Wald und blickt erwartungsvoll auf einen Raben, der ihm Speisen bringt; auf einem Gemälde von Lucas Cranach steht er dagegen mitten in einer wimmelnden Menschenmenge und fordert erfolgreich die Priester des Götzen Baal heraus. Elias, Elia, Elija heißt soviel wie »Mein Gott ist der Herr«. Und das beweist dieser Gottesmann, ob als Einsiedler oder als donnernder Prophet.

In dieser besonderen Aufführung übernimmt der international gefeierte Bariton Michael Volle die Titelpartie und verkörpert den Propheten als zerrissene, zutiefst menschliche Gestalt – zornig und unnachgiebig, aber auch voller Zweifel, Mitgefühl und innerer Kämpfe. Elias ist eine der facettenreichsten Gestalten des Alten Testaments. Verehrt von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen gilt er als leidenschaftlicher Kämpfer gegen den Götzendienst. Seine spektakuläre Himmelfahrt im Flammenwagen machte ihn nicht nur zur legendären Figur religiöser Überlieferung. Felix Mendelssohns Oratorium erzählt von Elias’ Kampf gegen den Baalskult unter König Ahab, von Dürre und Gottesurteil auf dem Berg Karmel, von Verfolgung, Verzweiflung und schließlich göttlicher Offenbarung. Wenn Chor und Orchester die gewaltigen Chorszenen entfesseln und zugleich die leisen, innigen Passagen zum Klingen bringen, entsteht ein Spannungsbogen, der Mendelssohns Elias bis heute zu einem der beliebtesten und bewegendsten Werke der Chorliteratur macht.

Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias

© Sebastian Madej
Musiktheater

This is absolutely normal and nobody is concerned

Projekt-Ensemble
Rothko String Quartet
Luzie Hohn (Artistik)
Phil Hagen Jungschlaeger (Visuals)
Ariane Kareev (Regie)
Kian Jazdi (Musikalische Leitung)
Josa Kölbel (Choreografie)
Petra Schnakenberg (Bühne, Kostüm)
Charlotte Beinhauer (Dramaturgie)
Viktoria Holenok (Regie-Assistenz)
Selina Pilz (Musikalische Assistenz)


Eine interdisziplinäre Performance auf Grundlage von dem Märchen "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" und Texten, Choreografien und Kompositionen des Projekt-Ensembles

Welche Sorgen und Sehnsüchte tragen wir mit uns, sichtbar oder verborgen? Worin liegt unsere Zerbrechlichkeit – und wo beginnt unsere Rebellion? »This is absolutely normal and nobody is concerned« ist ein gemeinsames Musiktheatererlebnis, das diesen Fragen Raum gibt. 70 Beteiligte – professionelle Künstler:innen und Menschen aus der Stadt – schaffen aus Musik, Text, Schauspiel und Zirkus eine vielschichtige Performance zwischen Alltag und Ausnahmezustand, Intimität und Gemeinschaft. Ein Abend über das, was uns bewegt, was uns berührt und was uns antreibt.

This is absolutely normal and nobody is concerned bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte This is absolutely normal and nobody is concerned

© Sim Canetty-Clarke
Konzert

Symphoniker Hamburg / Marc-André Hamelin / Ryan Wigglesworth

Brahms

Symphoniker Hamburg
Marc-André Hamelin (Klavier)
Dirigent: Ryan Wigglesworth


Johannes Brahms:
Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

Bevor sich bei Brahms Klang entfaltet, ist die Form bereits mitgedacht. Das Klavierkonzert Nr. 2 denkt in großen Dimensionen und verbindet Virtuosität mit sinfonischer Weite, die Dritte Sinfonie antwortet darauf mit konzentrierter Geschlossenheit und innerer Spannung. Mit Marc-André Hamelin am Klavier und Ryan Wigglesworth am Pult – beide erstmals bei den Symphonikern Hamburg – wird hörbar, wie aus einem elektrisierenden Impuls Gestalt wird.

Einführung
18:00 Uhr
Laeiszhalle, Studio E

Symphoniker Hamburg / Marc-André Hamelin / Ryan Wigglesworth bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Symphoniker Hamburg / Marc-André Hamelin / Ryan Wigglesworth

© Maxime Pascal
Konzert

Fausto Romitelli: Professor Bad Trip

Le Balcon (Ensemble)
Giani Caserotto (E-Gitarre)
Dirigent: Maxime Pascal


Fausto Romitelli:
Trash TV Trance
Professor Bad Trip: Lesson I
Professor Bad Trip: Lesson II
Professor Bad Trip: Lesson III

Die fragwürdigen Lehren des Professor Bad Trip

»Das sind die fragwürdigen Lehren von Professor Bad Trip, der offensichtlich psychedelischen und progressiven Rock sowie die Avantgarde der Techno-Szene liebt,« schrieb der Komponist Fausto Romitelli, der damit die expressiven Klangwelten seines Triptychons Professor Bad Trip erklärt. Ein musikalischer Rausch passend zum Motto des Internationalen Musikfests: Sex, Drug and Rock’n’Roll.

Inspiriert von Henri Michaux, einem belgischen Autor und Künstler, der durch seine LSD- und Meskalin-Experimente berühmt wurde, komponierte Romitelli das dreiteilige Werk. Die farbigen Welten des Rausches, die Michaux beschreibt, passten perfekt zur Musik, die im Kopf des 2004 verstorbenen Komponisten umherschwirrte.

Dirigent Maxime Pascal ist ein absoluter Spezialist für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts: In Paris leitet er das ehrgeizige Projekt, Karlheinz Stockhausens Monumentalwerk »LICHT« erstmals zyklisch aufzuführen. Mit von der Partie ist dabei auch sein Ensemble Le Balcon, das mit ihm auch Romitellis psychedelisches Triptychon »Professor Bad Trip« einstudiert hat.

Einführung mit Verena Mogl
18:30 Uhr
Elbphilharmonie, Kleiner Saal

Fausto Romitelli: Professor Bad Trip bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Fausto Romitelli: Professor Bad Trip

© Marco Borggreve
Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester / MDR Rundfunkchor / Alan Gilbert

Strawinsky

NDR Elbphilharmonie Orchester
MDR-Rundfunkchor
Michael Schade (Oedipus)
Jamie Barton (Iokaste)
Matthias Goerne (Kreon und Bote)
Morris Robinson (Teiresias)
Kieran Carrel (Hirte)
Matthias Brandt (Sprecher)
Dirigent: Alan Gilbert


Igor Strawinsky:
Oedipus Rex / Opern-Oratorium in zwei Akten für Sprecher, Soli, Männerchor und Orchester
Le sacre du printemps / Bilder aus dem heidnischen Russland

Heidnischer Hardcore

»Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll« lautet das Motto des Internationalen Musikfestes Hamburg 2027. Zwei der drei Motto-Punkte deckt dieses Programm des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Chefdirigent Alan Gilbert dabei auf jeden Fall ab: Sex und wilde Rhythmen gibt es bei Igor Strawinskys Ausflügen in die heidnische Frühzeit reichlich. Mit von der Partie ist eine hochkarätige Sängerriege u.a. mit Michael Schade und Matthias Goerne.

Armer Ödipus. Seit Sigmund Freud den berühmten Komplex nach ihm benannte, ruft sein Name unweigerlich Assoziationen an ewige Muttersöhnchen hervor. Dem Dichter Jean Cocteau und dem Komponisten Igor Strawinsky ging es in ihrem Opern-Oratorium »Oedipus rex« von 1927 ganz im Gegenteil darum, das stark stilisierte Bild einer archaischen Frühzeit zu beschwören. Hier wird gerade nicht psychologisiert. Ein Sprecher berichtet vor jeder Szene, was passieren wird; die Darsteller sollen wie im antiken Theater Masken tragen; der Gesangstext ist ins Lateinische übersetzt. Der Neoklassizist Strawinsky leiht sich dazu musikalische Masken von Barock bis Klassik aus. Klar strukturiert, unsentimental und unerbittlich wie eine antike Tragödie ist dieser »Oedipus rex«. Von wegen »Ödipussi«.

»Es geht um Sex!«, das jedenfalls behauptete der legendäre Dirigent und Musikvermittler Leonard Bernstein, als es galt, Strawinskys »Sacre du Printemps« auf eine Kurzformel zu bringen. »Ihr seid viel zu gut erzogen und zu kultiviert«, belehrte »Lenny« sein Orchester, als deren Sound nicht ganz so roh ausfiel, wie er sich das vorstellte. Tatsächlich führt uns Strawinskys Skandal-Ballett zurück in eine heidnische Frühzeit, es geht um Leben, Tod und Fruchtbarkeit. Ein junges Mädchen tanzt sich zu Tode, damit die Natur zu neuem Leben erwachen kann. Und Alan Gilbert scheint den »Sacre« ganz ähnlich zu deuten, wie sein New Yorker Kollege Bernstein: »Es ist ein sehr schmutziges Stück und sollte schockieren«, gab er zu Protokoll.

Einführung
19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal

NDR Elbphilharmonie Orchester / MDR Rundfunkchor / Alan Gilbert bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte NDR Elbphilharmonie Orchester / MDR Rundfunkchor / Alan Gilbert

© Jennifer Taylor
Konzertante Aufführung

Henry Purcell: The Fairy Queen

Vox Luminis (Chor und Orchester)
Lionel Meunier (Bass und Leitung)


Henry Purcell:
The Fairy Queen / Semi-Opera in fünf Akten Z 629
Konzertante Aufführung in englischer Sprache

Musik für Elfen und Feen

Shakespeares »Sommernachtstraum« ist ein Evergreen – im Theater, aber auch auf der Opern- und Konzertbühne. Zu den frühesten Vertonungen zählt »The Fairy Queen« von Henry Purcell. Der führende englische Komponist des Barock verwandelte die verspielte Handlung mit ihren Geistern, Elfen und Feen in eine ebenso mitreißende wie prachtvolle Musik, die das belgische Vokal- und Instrumentalensemble Vox Luminis und sein Leiter Lionel Meunier nun im passenden Ambiente der Laeiszhalle präsentieren.

2004 gegründet, haben sich Vox Luminis und sein Leiter ganz auf die Musik des Barock spezialisiert und neben Meisterwerken aus Italien, Deutschland und England auch schon so manchen Schatz gehoben. Das Besondere: Die vielfältigen Solopartien werden dabei aus den Reihen des Chores gestemmt, die Orchestergröße je nach Bedarf erweitert. In der Reihe »Das Alte Werk« war das Ensemble zuletzt 2022 zu Gast, damals mit Werken von Heinrich Schütz und dessen Zeitgenossen. Mit Purcells »The Fairy Queen« bringt es nun einen der größten Erfolge des Komponisten auf die Bühne. Lange galt die Partitur jedoch als verschollen, erst im 20. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt – wo sie sogleich an den frühen Erfolg anknüpfen konnte.

Henry Purcell: The Fairy Queen bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Henry Purcell: The Fairy Queen

© Teatro alla Scala
Konzert

Filarmonica della Scala / Kirill Gerstein / Riccardo Chailly

Rachmaninow / Rimski-Korsakow

Filarmonica della Scala
Kirill Gerstein (Klavier)
Dirigent: Riccardo Chailly


Sergej Rachmaninow:
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 d-Moll op. 30
Nikolai Rimski-Korsakow:
Scheherazade / Sinfonische Suite op. 35

Von Elefanten und Seefahrern

Starbesetzung trifft auf Orchesterhits: Riccardo Chailly lässt mit der Mailänder Filarmonica della Scala die große Geschichtenerzählerin Scheherazade auftreten. Kirill Gerstein meistert am Klavier das »Elefantenkonzert« von Sergej Rachmaninow – ein musikalisch opulenter Konzertabend!

Für Sergej Rachmaninows gewaltiges Dritttes Klavierkonzert, das von allen großen Klavierkonzerten laut Berechnungen die meisten Noten pro Sekunde im Klavierpart hat, holt sich das italienische Spitzenorchester den Ausnahmepianisten Kirill Gerstein an die Seite. Als Jugendlicher schwankte dieser zwischen einer Karriere in der Klassik oder im Jazz. Als klassischer Pianist hat er sich eine perlende, scheinbar improvisierende Leichtigkeit bewahrt.

In so klangmalerischen wie abwechslungsreichen Sätzen und mit orientalisch inspirierten Klängen entführt Nikolai Rimski-Korsakow in die sinnliche Märchenwelt von »1001 Nacht«. Vier Sätze vertonen assoziativ die berühmten Erzählungen von Sindbad dem Seefahrer und anderen. Immer wieder präsent ist das Motiv der Prinzessin Scheherazade, die den brutalen Sultan mit ihren Geschichten Nacht für Nacht davon abhält, sie umzubringen.

Filarmonica della Scala / Kirill Gerstein / Riccardo Chailly bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Filarmonica della Scala / Kirill Gerstein / Riccardo Chailly

© Hilde van Mas
Konzert

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg / Midori / Omer Meir Wellber

Beethoven / Prokofjew / Schubert

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Midori (Violine)
Dirigent: Omer Meir Wellber


Ludwig van Beethoven:
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Sergej Prokofjew:
Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 »Symphonie classique«
Franz Schubert:
Sinfonie Nr. 4 c-Moll D 417 »Tragische«

Die Möglichkeit, Ludwig van Beethoven neu zu entdecken und als Kraftfeld, Gefühl und universelle Sprache zu erleben, bietet sich nicht nur in der Auseinandersetzung mit seinen Sinfonien. Zu den Höhepunkten seines sinfonischen Schaffens zählt zweifellos auch sein Violinkonzert, das seit seiner Entstehung im Jahr 1806 fester Teil des Repertoires geworden ist und somit immer wieder neu befragt und interpretiert wird. Zahlreiche Komponist:innen und Solist:innen schrieben seit dieser Zeit eigene Kadenzen für die Solovioline, darunter auch Alfred Schnittke, dessen Version die weltberühmte Midori im Rahmen der Reihe »ZeitenLos« zu Gehör bringen wird. Ein ebenso spannendes wie unterhaltsames Spiel mit Zeitebenen und Stilen findet sich in der »Symphonie classique« von Sergej Prokofjew, einer humorvollen Überschreibung des klassischen Stils, sowie in Schuberts »Tragischer«, in der sich der Zeitgenosse Beethovens mit dem übergroßen Vorbild auseinandersetzt.

Einführung
30.5.: 10:00 Uhr
31.5.: 19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg / Midori / Omer Meir Wellber bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Philharmonisches Staatsorchester Hamburg / Midori / Omer Meir Wellber

© Kristin Afias
Konzert

Rita Payés & Lucía Fumero

Rita Payés (trombone, vocals, guitar, synthesizer)
Lucía Fumero (piano, vocals, guitar, synthesizer)
Juan R. Berbín (drums, sampler)


Eine Verschmelzung von Jazz, lateinamerikanischen Rhythmen und Folk

Echt und voller Liebe

Mit Rita Payés und Lucía Fumero haben sich zwei Seelenverwandte gefunden. Kennengelernt und angefreundet haben sich die beiden Katalaninnen im Studium in Barcelona, aber die gemeinsame Musik klingt nach einer tieferen, zeitlosen Verbindung. Sie teilen ihre authentische Bühnenpräsenz und finden sich beide an den Schnittstellen zwischen Jazz, Bossa Nova und spanischen Traditionen. Nach Gastauftritten auf den Alben der jeweils anderen und unzähligen gemeinsamen Konzerten wird nun für das Frühjahr 2026 mit Spannung ein Duo-Album erwartet.

Ob Rita Payés Klänge aus der Posaune zaubert oder direkt singt, ist ein beinahe fließender Übergang: »Sie klingt organisch und warm, echt und voller Liebe. Musik wie ein Gegengift zur heutigen Zeit«, schreibt der Schweizer Radiosender SRF über die 27-Jährige. Spätestens mit ihrem Album »De camino al camino« startete sie international durch mit gefeierten Auftritten beim Montreux Jazz Festival und den Tiny Desk Concerts.

Auch Lucía Fumero gilt als eine der spannendsten Stimmen des jungen spanischen Jazz. Die Pianistin, Sängerin und Komponistin stand bereits mit Künstler:innen wie Salvador Sobral oder Sílvia Pérez Cruz auf der Bühne. »Kreativität entsteht für mich dort, wo es keine Grenzen gibt. Legt man sich zu sehr auf Stil oder Form fest, mag ich das Ergebnis oft nicht mehr«, sagt Fumero, die sowohl klassisches als auch Jazzklavier studiert hat.

Rita Payés & Lucía Fumero bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Rita Payés & Lucía Fumero

© Peter Rigaud
Konzert

Igor Levit / Klavierabend

Beethoven

Igor Levit (Klavier)

Ludwig van Beethoven:
Sonate für Klavier c-Moll op. 10/1
Sonate für Klavier g-Moll op. 49/1
Sonate für Klavier G-Dur op. 49/2
Sonate für Klavier F-Dur op. 54
Sonate für Klavier f-Moll op. 57 »Appassionata«

Beethoven: Die Sonaten III

Wenn viel Beethoven im Beethoven-Jahr 2027 auf dem Programm steht, ist klar, dass ein Interpret am Klavier als erstes gefragt wird, seinen Teil beizusteuern: Igor Levit. »Für mich ist Beethoven alles«, bringt er seine anhaltende Faszination auf eine schlichte Formel. »Diese Sonaten sind für mich ein Kompendium all dessen, wozu wir Menschen emotional imstande sind.« Grund genug also, sich immer wieder mit ihnen auseinanderzusetzen, neue Facetten zu entdecken und den Klangkosmos aus unterschiedlichsten Perspektiven zu erschließen. Im dritten Teil seines kompletten Sonatenzyklus, der über zwei Saisons verteilt bei ProArte im Wechsel in der Elbphilharmonie und in der Laeiszhalle erklingt, steht unter anderem die berühmte »Appassionata« auf dem Programm: Ein besonderes Beweisstück für den emotionalen Absolutheitsanspruch, den Igor Levit bei Beethoven verortet.

Igor Levit / Klavierabend bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Igor Levit / Klavierabend

© Lennard Rühle
Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester / Carolin Widmann / Thomas Guggeis

Wagner / Ruzicka / Bruckner

NDR Elbphilharmonie Orchester
NDR Vokalensemble
Carolin Widmann (Violine)
Dirigent: Thomas Guggeis


Richard Wagner:
Vorspiel zu »Lohengrin« WWV 75
Peter Ruzicka:
Eingedunkelt für Violine, Kammerchor und Orchester
Anton Bruckner:
Sinfonie Nr. 7 E-Dur

»Gleich der strahlend aufgehenden Sonne erhebt sich aus schattiger Tiefe der unbeschreiblich schöne, wie von innen her leuchtende erste Hauptgedanke.« So poetisch fasste Walter Abendroth im Jahr 1940 den Beginn von Anton Bruckners Siebter Sinfonie in Worte. Das Werk im hellen E-Dur wurde zum Durchbruch des zuvor noch verkannten Komponisten und beeindruckt nicht nur durch seine Schönheit, sondern auch seinen tief bewegenden »Trauergesang« in Gedenken an Richard Wagner im langsamen Satz. Die Sinfonie, die Thomas Guggeis, aktueller Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt und ehemaliger Assistent von Daniel Barenboim in Berlin, für sein Debüt beim Bruckner-erfahrenen NDR Elbphilharmonie Orchester ausgesucht hat, legt zugleich die dramaturgische Fährte für den Rest des Programms.

Den Auftakt im Konzert macht eine seinerzeit visionäre musikalische Studie über Hell und Dunkel, über klangliche Beleuchtung und Schattierung von Bruckners Idol Richard Wagner: das hochgradig atmosphärische »Lohengrin«-Vorspiel. Und auch danach geht es um »Klangräume von Licht und Schatten, Nähe und Ferne«, wie der Komponist, Musikmanager und Dirigent Peter Ruzicka sein Violinkonzert mit dem sprechenden Namen »EINGEDUNKELT« beschreibt. Das Werk für Violine, Kammerchor und Orchester entstand während der Corona-Pandemie 2021, also in einer Zeit der Einsamkeit und Schicksalsergebenheit.

»Die Solovioline ist die Vox humana inmitten eines im Orchester platzierten Vokalensembles«, führt Ruzicka die Idee des Stückes weiter aus. Diese aufbegehrende, aber stets wieder »eingedunkelte« Stimme erhebt – wie bei der Uraufführung 2022 in Donaueschingen – jetzt auch in Hamburg Carolin Widmann. Die Geigerin hat sich nicht nur mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen eigens für sie geschriebener Werke einen Namen gemacht, sondern jüngst auch dadurch, dass sie ihre Stimme erfolgreich für die Änderung der Handgepäckregeln für Musikinstrumente auf Flugreisen erhob...

Einführung
19:00 Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal

NDR Elbphilharmonie Orchester / Carolin Widmann / Thomas Guggeis bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte NDR Elbphilharmonie Orchester / Carolin Widmann / Thomas Guggeis

© Thies Rätzke
4

Internationales Musikfest Hamburg

Elbphilharmonie

Motto »Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«

30.4. bis 6.6.2027




Programmatische Höhepunkte zum Saisonfinale: Die großen Hamburger Orchester und hochkarätige Gäste widmen sich zum Saisonende mehr als fünf Wochen thematischen Konzerten.

Internationales Musikfest Hamburg bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Internationales Musikfest Hamburg

Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Hamburg 30.4. bis 6.6.2027
Ereignisse / Ausstellung Nordart Kunstwerk Carlshütte Büdelsdorf, Vorwerksallee 3
Aufführungen / Ballett Grand Classic Ballet
Schwanensee
Wintertournee 2026/27
Ereignisse / Festival Schleswig-Holstein Musik Festival Lübeck, Parade 1
Ereignisse / Kulturveranstaltung Logensaal Hamburger Kammerspiele Hamburg, Hartungstraße 9-11
Ereignisse / Jazz Cotton Club Hamburg Hamburg, Alter Steinweg 10
Ereignisse / Kulturveranstaltung Cap San Diego Hamburg Hamburg, Überseebrücke
Ereignisse / Festival Raritäten der Klaviermusik Husum, König-Friedrich V.-Allee
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kultur in Neustadt in Holstein Neustadt in Holstein, Am Markt 1
Ereignisse / Festival Chopin Festival Hamburg Wohltorf, Kirchberg 8
Ereignisse / Festival ProvinzLärm Eckernförde, Reeperbahn 20a
Ereignisse / Kulturveranstaltung Mathilde Café Hamburg, Bogenstraße 5
Ereignisse / Kulturveranstaltung Brakula Hamburg, Bramfelder Chaussee 265
Ereignisse / Kulturveranstaltung Haus Drei Hamburg, Hospitalstr. 107
Ereignisse / Festival Duckstein-Festival Hamburg, Erikastraße 67
Ereignisse / Festival Sommerliche Musiktage Hitzacker Hitzacker (Elbe), Postfach 1264

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.